Dublin: Ein unerwartetes Wochenende

Dublin ist immer eine Reise wert. Wenn man allerdings aufgrund eines abgesagten Fluges dort stecken bleibt, tut man das sicherlich nicht nur mit einem lachenden Auge.

Ich hatte geschäftlich in Dublin zu tun. Es sollte nur ein kurzer Trip sein, Abendessen mit Vorbesprechung am Donnerstag und ein ganztägiges Meeting am Freitag. Soweit so gut. Nun aber, als ich gegen Ende des Meetings meinen Flugstatus für den Rückflug nach Frankfurt auf Verspätungen checkte, sah ich eine Textnachricht. In der teilte man mir mit, dass mein Flug leider annulliert wurde und ich mich bitte mit der Hotline für eine Umbuchung in Verbindung setzen solle. Nachdem ich bei der deutschen Hotline nicht durchgekommen war, versuchte ich die irische Hotline meiner Fluggesellschaft und hatte Erfolg. Allerdings konnte man mich nur noch auf den ersten Flug am Sonntag früh morgens umbuchen, oder Montag früh. Ich entschied mich für die nächste Möglichkeit, den Sonntag.

Der Frankfurter Flughafen war wegen Gewitters geschlossen worden, sodass mein Flugzeug gar nicht den Flughafen in Richtung Dublin verlassen hatte – daher auch kein Flug zurück nach Frankfurt. Gewitter bedeutet “höhere Gewalt” und damit ist die Airline erst einmal aus dem Schneider. Zwar bot man mir an, sich um eine Reservierung eines Hotels am Flughafen zu kümmern, aber was sollte ich zwei Nächte am Flughafen. Also checkte ich meine beiden liebsten Reiseseiten im Internet. Es stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, kurzfristig an einem Hauptsaisonwochenende mit vielen Touristen in der Stadt eine preiswerte Unterkunft zu bekommen. Ich hatte jedoch Erfolg und konnte noch ein Last-Minute-Schnäppchen südlich der Innenstadt machen. Zwei Nächte zum Sonderpreis in der Junior Suite des Clyde Court Hotels – amerikanische Zimmergröße, perfekt!

Meine irischen Kollegen sind sehr gastfreundlich. Und so war es klar, dass man mich an dem Abend nicht alleine durch Dublin ziehen lassen konnte. Daher wurde ich auf ein paar Pints in einen Pub südlich von Dublin – quasi auf dem Land – eingeladen. Eine Gegend, in der schon James Joyce eine Zeit lang gelegt hatte.

Damit hatte ich dann aber letztendlich den Samstag für mich, d.h. für etwas Sightseeing. Jameson Distillery, dachte ich, das wäre etwas. Aber ein Check der Internetseite lies mir schnell klar werden, mit den tausenden von normalen Touristen in Dublin, war so kurzfristig kein freier Platz in den geführten Touren geblieben. Also Guinness-Brauerei: Die macht samstags um 9:30h auf.

Aufgrund der kleinen Zeitverschiebung war ich schon sehr früh wach. Daher besorgte ich mir ein Tagesticket für den DART und fuhr noch einmal in den Süden von Dublin, um in der Gegend des James Joyce Towers ein wenig zu fotografieren. Leider spielte das Wetter für meine Pläne nicht so ganz mit. Es regnete leicht und ich war mit T-Shirt nicht gerade wetterfest bekleidet und hatte noch nicht einmal einen Regenschirm dabei. Trotzdem konnte ich einen Blick auf diese schöne und ruhige Gegend abseits vom hektischen Trubel in Dublin selbst werfen. Natürlich war um halb acht morgens noch nichts zur Besichtigung offen, aber wenigstens konnte ich mir einen Kaffee und eine Cinamon-Roll beim Bäcker kaufen. Kurz vor neun startete ich dann wieder in Richtung Norden zu Brauerei.

James Joyce Tower

James Joyce Tower

Little harbour south of Dublin

little harbour south of Dublin

Von der DART-Station Tara Street ging ich zu Fuß zum Guinness Storehouse. Auf dem Weg dorthin kam ich schon am Temple Bar District vorbei, den ich später noch genauer erkunden wollte. Am Storehouse angekommen war klar, die Pauschaltouristen sind alle schon da. Trotzdem verliefen sich die Menschenmassen im großen Storehouse und ich konnte meine Besichtigung beginnen. Mein persönliches Highlight war das Selbstzapfen eines Pints. In der Vergangenheit habe ich schon viel Bier bei verschiedenen Festen gezapft, allerdings noch nie Guinness. Es war auch interessant zu erfahren, dass der Zapfhahn zwei Funktionen hat und man den Zustrom von dem Stickstoff-CO2 Gemisch damit regulieren kann. Natürlich gab es für meine Leistung ein Guinness-Diplom.

Den restlichen Tag verbrachte ich dann zwischen Schloss, Temple Bar District und Stephen’s Green. Dabei konzentrierte ich mich ein wenig auf Streetphotography. In der Grafton Street lernte ich dann noch Mutefish kennen. Mutefish ist eine Band mit Mitgliedern aus ganz Europa. Sie haben sich dem progressive techno folk verschrieben. Progressive folk gibt es eigentlich seit den frühen siebzigern nicht mehr, aber in der techno variante… – Besucht ihre Homepage, es lohnt sich die Songs anzuhören. Mir hat es viel Spaß gemacht, sie zu fotografieren. Später hatte ich noch die Gelegenheit, mich kurz mit ihnen zu unterhalten. Dabei luden sie mich für den Abend nach Cork ein. Leider kollidierte das natürlich mit meinem Abflug am frühen Sonntagmorgen.

My first self-drafted Guinness

St. James Gate, Guinness brewery

Guinness Brewery Tour - the scents of Guinness

Guinness Brewery Tour

"The Streets of Dublin"

Dublin

The Streets of Dublin

a flower monger

Somewhere in Dublin

The Streets of Dublin

Temple Bar market - interesting people here

Grafton Street flower stand

Somewhere in the Temple Bar district

Mutefish

Mutefish

Mutefish

Mutefish

Mutefish

Accident cuisine irlandais - ein sehr typisches irisches Gericht.

Temple Bar - a Saturday night out

Temple Bar - Bachelor party

Temple Bar - Bachelor Party

Buskers on a Saturday evening

Von diesem Tag gibt es auch einige Bilder bei Instagram

Links: Mutefish