Fotobuch Test: Saal Digital

Ein Fotobuch ist das perfekte Geschenk, nicht nur zu Weihnachten.

Denn Fotogeschenke liegen voll im Trend. So ungefähr konnte man das bei den letzten beiden Photokinas überall in den entsprechenden Hallen hören.
Nun, ich erstelle immer wieder gerne und in letzter Zeit recht häufig so ein Fotobuch. In denen erzähle ich dann über Reisen, besondere Ereignisse, oder ich halte noch einmal alle wichtigen Stationen eines Jahres fest.

Deswegen sind meine Fotobücher in den letzten Jahren mit oft weit über 100 Seiten immer dicker geworden. Und eben dadurch musste ich vom Fotobuch belichtet auf Fotopapier zu Fotobüchern gedruckt auf hochwertigem Druckpapier umsteigen.

Ende Oktober 2015 fragte Saal-Digital bei Facebook nach Testern für ihre Produkte und es interessierte mich, wie einige Zeit nach meiner letzten Echt-Fotobuchbestellung, so ein Fotobuch aussehen würde. Also bewarb ich mich und bekam einen Gutschein für ein Buch über meinen kleinen Trip nach Texas im November.

Nun, ich bin niemand, der sich mit Fotobuchsoftware anfreunden kann. So eine Software ist immer ein Kompromiss. Mich schränkt sie in meiner Kreativität ein.

So nutzte ich Photoshop und InDesign für meine Projekte, letzteres allerdings in einer älteren Version (CS5.5). InDesign hat vor allem für große Fotobuchprojekte den Vorteil, dass man einfach Designelemente über Formatvorlagen auch nachträglich noch modifizieren kann. Eine Schriftart modifiziert, den Zeilenabstand geändert, die Position einer vordefinierten Box verschoben – das alles geht mit wenigen Clicks. Bei der Nutzung von Photoshop muss man sehr genau vorher Planen, um später bei solchen Änderungen nicht jede Seite wie anfassen zu müssen.

Saal-Digital stellt InDesign-Vorlagen im Profibereich zur Verfügung. Die Vorlagen enthalten eine Ebene und alle Anschnitt-Linien. Der Anschnitt (oder Beschnitt) ist der Bereich, in dem nach dem Binden des Buches geschnitten wird, um gerade Kannten zu erhalten. Die Seiten sind einzeln im Dokument angelegt und müssen später als ganze Druckbögen exportiert werden.

Im Profibereich gibt es eine recht gute Anleitung, wie man zu verfahren hat, um ein PDF für den Profi-Upload zu erstellen. Auch die Einstellungen für den Farbraum sind da, und den kann man am kalibrierten Monitor noch einmal über Soft-Proofing vor dem Upload selbst überprüfen und u.U. Bilder noch einmal anpassen.

Fertiges Fotobuch

Was mir hier in der Vorlage fehlt, sind weitere Linien (Guides), die mir einen optimalen Abstand zum Anschnittsbereich anzeigen. Diese muss man sich selbst definieren. Auch hätte ich hier gerne eine nicht-druckbare Ebene, die mir zeigt, wo Barcodes u.ä. zu finden sind.

In der Anleitung im Profi-Bereich fehlt allerdings der wichtige Hinweis, dass man die Anschitts-Einstellungen des Dokuments beim Export übernehmen muss (ein kleine aber wichtiges Häkchen im Export-Dialog). Sonst lädt man ein zu kleines PDF zu Saal-Digital hoch und dort wird nicht erkannt, dass etwas “Rahmen” fehlt.

ScreenShot InDesign Innenseite

Wichtig ist natürlich, dass man die Seiten zuerst gestaltet und sich nachher, wenn keine Seiten mehr hinzukommen, um das Cover kümmert. Ich hatte geplant, die Hardcover Version in Matt zu bestellen, da ich davon ausging, dass die einen guten Eindruck für das Buch machen würde. Auch hier gibt es die entsprechenden Vorlagen im Profibereich mit den o.g. Einschränkungen.

ScreenShot InDesign Cover

Der Bestellprozess selbst geht sehr einfach. Von einem Link im Profibereich kommt man zum Direktupload. Fotobuchseiten (Druckbögen) hochgeladen, Cover hochgeladen, einen letzten Check gemacht, ob alles richtig erkannt wurde und bestellt. Die Bezahlung kann z.B. bequem über Paypal erfolgen. Damit kann man dann sogar die Rechnungs- und Lieferadresse automatisch ausfüllen lassen.

Mein Buch hatte ich sonntagabends bestellt. Montag bekam die schon die Nachricht, dass es im Versand sei, und Dienstag wurde es von DHL geliefert. Verpackt war es in einer stabilen Versandtasche aus Pappe. Das Buch war nochmals in Polsterfolie eingeschlagen und schließlich, wie auf dem nächsten Bild zu sehen in eine klare Folie.

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Was mir beim dem Buch direkt auffällt, ist, dass Text im belichteten Fotobuch nicht ganz so scharf erscheint, wie in gedruckten Büchern. Das sieht man, wenn man genauer hinschaut, schon am Cover bei der großen Schrift, noch besser aber bei kleinen Fonts. Daher sollte man sich an die Vorgaben von Saal-Digital, was die minimale Größe anbelangt, halten, wenn die Schrift noch gut aussehen soll.

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Technisch ist das bei diesem Verfahren meines Wissens nicht anders möglich. Entweder hat man perfekte Schrift oder perfekte Bilder. Und so ist das auch hier. Hatte ich das Cover bewusst matt gewählt, da es Fingerabdrücke verzeiht und zu meinem Titelbild auch passt, so sind meine Innenseiten hier glänzend. Und das macht einen sehr guten Eindruck.

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Die lay-flat Bindung erlaubt es problemlos Fotos über die Mitte hinweg zu arrangieren und so eine Doppelseite uneingeschränkt auszunutzen. Der Einfluss des Bundsteg ist minimal, wie man im folgenden Bild erkennen kann.

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Für mich ist dieses Saal-Digital Fotobuchformat eine Empfehlung, wenn es ein hochwertiges Fotobuch mit nicht all zu vielen Seiten sein soll.

Positiv

  • Hohe Qualität bei Druck (Belichtung), Papier und Bindung
  • Schneller Versand

Negativ (aber nur leicht)

  • Indesign Vorlagen könnten verbessert werden
  • In der Checkliste für das PDF fehlt der Hinweis auf das Häkchen für den Export mit Anschnitt (das vergisst man zu leicht und sieht es nachher im Online Check nicht wirklich).

Links:

Dieser Post wurde von Saal-Digital mit einem Gutschein für das Fotobuch gesponsert.